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Weiter Begegnungen schaffen

Im Lockdown hält Haus Mondial Kontakt zu den zugewanderten Menschen

Vor Corona herrschte in Haus Mondial in der Bonner Fritz-Tillmann-Straße reges Kommen und Gehen. Beim Fachdienst für Integration und Migration der Caritas helfen Mitarbeitende zugewanderten Menschen bei allen möglichen Anliegen. Das Haus Mondial ist in Bonn als Anlaufstelle, Beratungs- und Begegnungsstätte sowie für seine Bildungsangebote bekannt.

Viele Migrant*innen kommen wegen der Deutschkurse, die in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk angeboten werden. Aber auch nach einem absolvierten Sprachkurs erhalten sie Unterstützung bei Themen wie Jobsuche, Behördengängen oder beruflicher Qualifizierung und Weiterbildung. Viele der Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen sind mehrsprachig, mache selbst nach Bonn zugewandert. Das hilft, eine vertrauensvolle Umgebung zu schaffen.

 

Über die Beratungen und Hilfen hinaus ist Haus Mondial – der Name verrät es – vor allem auch eine Begegnungsstätte. Mit Länderabenden, dem „Kino Mondial“ mit Gesprächsabenden über Religion und Kultur, Kunstausstellungen und Workshops lädt ein voller Veranstaltungskalender zum multikulturellen Miteinander und Austausch ein. „Es ist diese lebendige Atmosphäre, die wir alle gerade am meisten vermissen“, sagt Verica Dominic-Bernards, Integrationsbeauftragte der Aktion Neue Nachbarn im Erzbistum Köln.

 

Seit November 2015 gibt es zweimal die Woche den „Offenen Treff“: Von 14 bis 17 Uhr darf kommen, wer Lust hat und sich austauschen mag. Der Treff wird von Ehrenamtlichen betreut. „Über die Jahre ist ein enges Vertrauensverhältnis entstanden. Der Zugang zu unserer Zielgruppe ist da.“ berichtet Dominic-Bernards. Dieses Vertrauen hilft jetzt in Corona-Zeit dafür, dass die Menschen in Verbindung bleiben. Die Beratung war telefonisch und über Messenger Dienste erreichbar. Ehrenamtliche und Mitarbeitende halten Kontakt zu ihren Gruppen. Statt dem Offenen Treff fanden beispielsweise in den letzten Monaten virtuelle Treffen – mitunter sogar corona-konforme, persönliche Treffen im Freien – statt.

 

Amal Ibrahim vom Fachdienst für Integration und Migration führt das EU-geförderte Projekt „Deine.ART: Kunst und Kultur für Integration“ (AMIF) über Messenger und Videotelefonie weiter. Das Projekt hat mittlerweile fast 100 Teilnehmende – die meisten sind Frauen. Fünfmal pro Woche finden Projekttreffen online statt – drei davon von Ehrenamtlichen geleitet. Es gibt Gesprächskreise und Wortschatzübungen, Tanz und Musik sowie zahlreiche kreative Aktionen wie die Karten für Altenheime zum Valentinstag oder Päckchen zum Weltfrauentag. „Es ist so wichtig für die Menschen, in Kontakt zu bleiben. Bei uns funktioniert das vor allem, weil wir einander schon ein bisschen kennen. Wir konnten vorher schon Vertrauen zueinander aufbauen – damit ist die Hemmschwelle viel geringer.“ 

 

Die Besucherinnen von Haus Mondial waren es auch, die im letzten Jahr den Wunsch nach Computerkursen äußerten: Damit sie zuhause den Kindern beim Lernen helfen, recherchieren und Korrespondenz erledigen können. Zwischen Ende Juni und November fanden im großen Saal in der Fritz-Tillmann-Straße insgesamt sieben Kurse in Kleingruppen statt. Knapp 50 Menschen wurden wahlweise in deutscher Sprache, auf Arabisch oder Kurdisch unterrichtet.

 

Und noch eine Nachricht stimmt positiv für die Integrationsarbeit in Haus Mondial nach dem Lockdown: Erst vor wenigen Wochen haben der Caritasverband und das Rektorat der Universität Bonn ihren Kooperationsvertrag für verlängert. Der Caritasverband übernimmt darin Teile des fachlichen Inputs in Form von Vorträgen und Referaten und bietet den Studierenden die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren: Sie werden Lern-Paten und -Patinnen für Menschen, die die Deutsche Sprache lernen möchten und helfen z.B. Kindern und Jugendlichen bei den Schularbeiten. „Auch die Lern-Patenschaften laufen im Lockdown online weiter. Teilweise sind daraus echte Freundschaften entstanden“, freut sich Verica Dominic-Bernards. Denn das sei das Wichtigste überhaupt: „Sobald es möglich ist, möchten wir hier in Haus Mondial wieder Begegnungen schaffen.“

 

Hier geht es zur Übersichtsseite von Haus Mondial. Haus Mondial ist auch auf Facebook und Instagram mit aktuellen Updates und Veranstaltungshinweisen vertreten.