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Damit die Pandemie nicht in die Schuldenfalle führt

Die Allgemeine Sozialberatung der Caritas

Einfachen Zugang zu professioneller Sozialberatung – das fordert die Caritas am UN-Tag zur Beseitigung von Armut. Jedes Jahr, am 17. Oktober, nimmt die Caritas diesen Tag zum Anlass, den Fokus ganz besonders auf die Menschen zu legen, die von Armut und Ausgrenzung betroffen sind. In diesem Jahr hat die Corona-Pandemie besonders viele Menschen in soziale und existenzielle Nöte gebracht. Das Caritas-Motto für die Armutswoche 2020 lautet daher: „Damit die Pandemie nicht in die Schuldenfalle führt: Gute Beratung für Alle!“

 

Die Allgemeine Sozialberatung im Caritasverband Bonn stellt ein solches kostenloses Beratungsangebot für Alle dar. Hier kann jeder Beratung und Hilfe erhalten, der sich in sozialen, psychosozialen, finanziellen und gesundheitlichen Problemsituationen befindet. Das Team aus derzeit sechs Berater*innen unter der Leitung von Jörn Unterburger unterstützt – anders als andere Beratungsstellen – Klienten auch bei eher unkonkreten oder komplexen Problemlagen. 

 

Einfacher Zugang ist notwendig

„Fehlt ein einfacher Zugang zum Hilfesystem einer Gesellschaft, dann werden soziale Notlagen und ein Leben in Armut verfestigt,“ erklärt Jörn Unterburger „Die Allgemeine Sozialberatung schließt hier eine Lücke im Hilfenetzwerk, weil hier Menschen mit unspezifischen und mehrdimensionalen Problemen garantiert einen ersten und beständigen Ansprechpartner erhalten.“

 

Beratung beim Spaziergang

Als erste Anlaufstelle dienen bei der Caritas in Bonn das Servicezentrum, das an die passenden Beratungsstellen vermittelt, oder die Sozialberatung, bei der man über Direktwahl zum Sekretariat einen Termin vereinbaren kann. Während des Lockdowns im Frühjahr waren die Büros der Beratungsstellen in Bad Godesberg, Beuel sowie in der Innenstadt geschlossen, dafür wurde per Mail und Telefon und sogar über den Postweg beraten. 

 

„Wir haben Beratungen durch Fenster, durch die Türe, beim Spaziergang, Online, per Telefon oder Video oder durch Scheiben hindurch angeboten“, sagt Unterburger und stellt klar: „Für eine längerfristige und komplexe Beratung ist der persönliche Kontakt sehr wichtig.“ Trotz des Lockdowns versuchte das Beraterteam der Allgemeinen Sozialberatung, dem erhöhten und teilweise erstmaligem Beratungsbedarf von Solo-Selbstständigen, Künstlern, Kurzarbeitern und 450-Euro-Jobbern aus Branchen wie dem Einzelhandel und der Gastronomie gerecht zu werden. Die ungewisse Situation, die weiter anhält, brachte auch viele Langzeitklienten dazu, in ihrer Verunsicherung und Isolation Psychosoziale Beratung zu suchen.

 

Am wichtigsten: existenzsichernde Beratung

Gerade in Situationen, in denen Menschen sich um ihre Existenz sorgen, ist es wichtig, dass es solche niedrigschwelligen Beratungen gibt. „Während Corona haben sich unsere Klienten vor allem um Fragen rund um Arbeitslosigkeit und Kurzarbeitergeld, Home Schooling oder das Beantragen eines Laptops für das Arbeiten von Zuhause Sorgen gemacht“, weiß Unterburger. Existenzsichernde Beratung zählt zu den wichtigsten Aufgaben der gelernten Sozialarbeiter und Sozialpädagogen. Sie kennen sich mit der entsprechenden Gesetzeslage und dem Sozialrecht gut aus und helfen bei der Orientierung, bieten Formularhilfe bei Anträgen und zeigen auf, welche Ansprüche geltend gemacht werden können.

 

Jörn Unterburger weist auf ein großes Problem in unserem Sozialsystem hin: „Unsere Klienten wissen häufig gar nicht, welche Leistungen ihnen zustehen – oder sie können mit den gültigen Regelsätzen nicht haushalten. Wenn Menschen in Notlagen auf sich allein gestellt blieben, könnten sie durchs Netz fallen.“ Gerade in kritischen Lebenssituationen wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidung seien die Selbsthilfekräfte oft beeinträchtigt, weiß Unterburger. 

„Das kann schlimme Folgen haben: Wer dann nicht weiß, wo er finanzielle Hilfen beantragen kann, kommt möglicherweise mit der Miete in Verzug oder zahlt Rechnungen nicht pünktlich." Die Folge der andauernden Existenzangst in unserer Leistungsgesellschaft können Frust und Resignation sein. Die Allgemeine Sozialberatung möchte Brücken bauen. Es gilt das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“.

 

Im Netzwerk vermitteln

Die Klienten erhalten in einer Erstberatung je nach Bedarf Orientierung im Behördendschungel und Unterstützung bei ihren nächsten Schritten. Der größte Anteil der Klienten lebt von Sozialleistungen. Oft sind die Themen in der Beratung aber vielschichtiger. Denn hinter jedem Bezug von Sozialleistungen steht eine Lebensgeschichte, durch die sich oft weitere Beratungsthemen ergeben. Kritische Lebenssituationen und häufiger auftretende psychische Erkrankungen erfordern einen erhöhten Anteil von Psychosozialer Beratung und Netzwerkarbeit. Multiple Problemlagen sind häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar. Hier besteht die Gefahr, dass der Betroffene sich nicht mehr zurechtfindet oder weiter in seinen Problemfeldern verstrickt. Hier fungiert die Allgemeine Sozialberatung der Caritas als „Sortierhilfe“ für Betroffene.

„Wir können in die verschiedensten Einrichtungen und Dienste zu den unterschiedlichsten Problemlagen vermitteln, weil die Caritas hier über ein vielfältiges Angebot und ein großes Netzwerk verfügt. Wir sind eine Schnittstelle auch zu Angeboten anderer Verbände“, so Unterburger. Besteht nach der Erstberatung weiterer Unterstützungsbedarf, dürfen die Klienten jederzeit wiederkommen.

 

Das Motto der Armutswoche 2020 lautet: „Damit die Pandemie nicht in die Schuldenfalle führt: Gute Beratung für Alle!“ Damit aber gute Beratung auch in Krisenzeiten ihrer Aufgabe gerecht wird und Prozesse digital erledigt werden können, benötigen Einrichtungen wie die Sozialberatung ausreichend Personal, eine entsprechende technische Ausstattung sowie Weiterbildung. Und weil Sozialberatung zur Daseinsvorsorge und für den sozialen Frieden unserer Stadtgesellschaft wichtig ist, ist hier finanzielle Unterstützung durch Kommunen und Kreise hier unbedingt vonnöten.

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Die Allgemeine Sozialberatung hilft weiter – niedrigschwellig, vertraulich und kostenlos für Alle!

Bei einem Beratungswunsch nehmen Sie telefonisch mit dem Sekretariat Kontakt auf unter der Rufnummer 0228 108-280 oder online.

Eine weitere Anlaufstelle für Menschen mit finanziellen Fragen ist die Zentrale Schuldnerberatung Bonn, eine Kooperation von Caritasverband und Diakonischem Werk Bonn, erreichbar unter: 0228-969660.