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Erstes Wohnhaus von Quartier Geislar offiziell eröffnet

Teilhabe und Perspektiven: 14 benachteiligte Menschen finden in Geislar ein neues Zuhause – 

Teilhabe und Perspektiven: 14 benachteiligte Menschen finden in Geislar ein neues Zuhause – 

Die eigenen vier Wände: Das bedeutet Selbstbestimmtheit, Freiheit, Sicherheit und Perspektiven. Doch der Bonner Wohnungsmarkt macht das gerade für benachteiligte Menschen nahezu unmöglich. Mit dem Quartier Geislar hat die Bonner Caritas ein neuartiges Wohnprojekt gestartet, dass Selbständigkeit mit ambulanter Betreuung bei Bedarf kombiniert – mitten in einem Wohngebiet. 

Ziel des modellhaften Wohnprojektes sind gesellschaftliche Teilhabe und Beschäftigung für Menschen, die psychisch beeinträchtigt sind oder denen Wohnungslosigkeit droht.

„Wir als Caritas haben uns auf den Weg gemacht, dazu beizutragen, dass Menschen durch ein Zuhause wieder eine Perspektive erhalten“, so Caritasdirektor Schneider. Er dankte der Stadt Bonn und der Katholischen Kirchengemeinde St. Josef in Geislar für die Unterstützung bei der Grundstücksfindung sowie vielen anderen Menschen, die das Projekt engagiert unterstützt haben.

Ein weiteres Novum des Projekts ist die Finanzierung: Ein Teil der Baukosten (Innengestaltung) wurde von mehr als 630 Spenderinnen und Spendern der Stadtgesellschaft finanziert.

„Hier in Geislar können die Quartiersbewohner mitten in einer Dorfgesellschaft wurzeln und sich behütet fühlen“, so Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken.

 

„Quartier Geislar“

 

Die Strategie

 

Das Thema Teilhabegerechtigkeit ist in den vergangenen Jahren ein zentrales Thema der sozialen Arbeit geworden. Armut, Arbeitslosigkeit, Bildungsdefizite, Migration, Krankheit u.a. teilen die Gesellschaft zunehmend in Gewinner und Verlierer. Wohnraum und damit Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, ist dabei ein zentraler Faktor. Immer weniger Menschen in benachteiligten Situationen haben die Chance, am normalen Wohnungsmarkt eine Wohnung zu bekommen.  

 

Deshalb baut die Bonner Caritas in kleinem Umfang nun selbst neuen Wohnraum:

Modellhaft und mitten in Wohngebieten
Zu angemessener guter Qualität
Verbunden mit den Angeboten ambulanter Unterstützung/Betreuung
Zu Mieten im Rahmen städtischer Angemessenheitsgrenzen

 

Möglich ist dies nur mit Pantern und Unterstützern:

Die Grundstücke konnten wir von der Stadt Bonn und der Kath. Kirchengemeinde St.Josef/Geislar bekommen.
Kosten im Griff haben: Für eine gute Balance zwischen Qualität und Preis benötigten wir hohe Baukostensicherheit und einen Bauplan für zwei identische Häuser.
Um den Mietpreis auf niedriger Höhe zu halten, beantragten wir Fördermittel, starteten eine Fundraisingkampagne und konnten Mittel aus einem Nachlass einsetzen
 

Das Bauprojekt

2 Doppelwohnhäuser im Neubaugebiet Geislar
Jeweils 7 Apartments (davon je 4 mobilitätsfreundlich)
Ein Gartenprojekt mit Tages-/Beschäftigungsangebot
Baukostenvolumen: ca. 1,9 Mio € zzgl. Grund/erbbaupacht
 

Das sozialpädagogische Konzept 

Im „Quartier Geislar“ erhalten Erwachsene, die derzeit von der Bonner Caritas in (stationären) Hilfeprozessen begleitet werden, und die sich auf der Schwelle zu einem selbstbestimmten Leben befinden, einen angemessenen Wohnraum, verbunden mit Betreuung und Unterstützung. Die begonnenen Hilfeprozesse sollen in einer üblichen Wohngegend, Tür an Tür mit anderen Menschen in der Nachbarschaft, fortgesetzt werden.

Es geht dabei um Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen psychisch beeinträchtigt und/oder von (möglicher) Wohnungslosigkeit betroffen sind. 

Ziel ist es, Menschen mit Beeinträchtigungen in ihrem Alltag, so zu unterstützen, dass sie langfristig Teilhabechancen selbständig wahrnehmen können. Dabei arbeitet die Caritas unter normalen Alltagsbedingungen, um die Menschen realitätsnah auf ein Teilhabe-starkes Leben vorzubereiten. Wir wollen benachteiligten Menschen eine Perspektive eröffnen.

 

Was heißt Teilhabe:

Es beginnt mit der eigenen Wohnung, den eigenen vier Wänden, in die man Nägel hauen, sich zurückziehen, Freunde einladen, Party feiern oder einfach Ich sein kann.

Ein Cafébesuch, ein Kinobesuch, Schwimmen gehen, Sport treiben, Lebensmittel einkaufen, zum Arzt gehen, sich Massage verschreiben lassen, essen gehen, einen Spaziergang mit der Wandergruppe machen, im Internet surfen, Medienkompetenz, Reisen, Shoppen… all´ das ist Teilhabe, die für viele selbstverständlich ist. Aber für Menschen mit Beeinträchtigungen oft nicht.

Auch Konflikte auszuhalten, sich arrangieren zu müssen, Diskussionen führen, mit anderen Menschen interagieren, ist für Menschen mit Beeinträchtigungen oft schwierig. Hier spielt die Begleitung durch Fachpersonal der Caritas eine wichtige Rolle. 

Damit Teilhabe diesen Menschen möglich ist, geht das Quartier Geislar jetzt an den Start.

 

 

 

Quartier Geislar 

  • Verbindet eine eigene Wohnung mit ambulanter Betreuung
  • Ermöglicht flexibel den Zugang zum freien Wohnungsmarkt
  • Bietet ein freies unterstütztes Wohnsetting
  • Hilft, weitere Eigenverantwortung zu erlernen
  • Unterstützt gesellschaftliche Teilhabe und Beschäftigung
  • Ermöglicht weitere psychische Stabilisierung
  • Verhindert Rückschritte in Wohnungs- und Obdachlosigkeit
  • Ermöglicht reale Lebenserfahrung im Wohnquartier
  • Sichert ggf. erforderliche Pflegeleistungen

 

Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider:

„Mit ´Quartier Geislar´ gehen wir neue Wege, Teilhabechancen benachteiligter Menschen zu realisieren. Nicht nur in baulicher und finanzieller Sicht. Wir schaffen positive Perspektiven für Menschen, die das Leben noch vor sich haben, aber ohne adäquaten Wohnraum und Begleitung viele weitere Hürden und Rückschläge überwinden müssten. Teilhabegerechtigkeit ist das große Thema unserer Zeit. Wir haben uns auf den Weg gemacht, unseren Teil dazu beizutragen.“

 

Beitrag in der Lokalzeit aus Bonn