Kinderarmut mit bundesweiter Präventionsstrategie bekämpfen

Bundesfamilienministerin Lisa Paus

Bundesfamilienministerin Lisa Paus und NRW-Familienministerin Josefine Paul besuchen Bonner Netzwerk Frühe Hilfen 

Bundesfamilienministerin Lisa Paus hat im Rahmen ihrer Sommerreise das Bonner Netzwerk „Frühen Hilfen für Vater, Mutter, Kind“ besucht. Im Rahmen ihrer Tour wirbt sie für den Nationalen Aktionsplan „Für ein kindergerechtes Deutschland“. In Bonn besuchte sie – begleitet von NRW-Familienministerin Josefine Paul – den Eltern-Kind-Treff des Kinderschutzbundes in Dransdorf. Hier findet im Rahmen der Frühen Hilfen u.a. eine Eltern-Kind-Gruppe „Neu im Leben“ statt. Außerdem bietet dort pro familia eine Hebammensprechstunde an. Beide Partner sind Gründungsmitglieder des Bonner Netzwerks „Frühe Hilfen“ und haben zahlreiche präventive Angebote für Familien in ihrem Portfolio. Dem Netzwerk gehören insgesamt 57 Partner an.

 

Kinderarmut mit bundesweiter Präventionsstrategie bekämpfen

 

Die „Frühen Hilfen“ leisten einen wichtigen Beitrag für ein kindergerechtes Deutschland – davon konnten sich die beiden Ministerinnen bei ihrem Besuch überzeugen. Frühe Hilfen Bonn unterstützt werdende Eltern und Familien mit Kindern bis zu drei Jahren. Durch die enge Verzahnung von Jugendhilfe, Gesundheitshilfe, Familienbildung und Soziales werden Eltern frühzeitig erreicht. Die Unterstützung durch Fachkräfte und Ehrenamtliche bietet Entlastung, stärkt die Kompetenzen der Eltern und fördert so das gesunde Aufwachsen der Kinder. Koordiniert wird das Netzwerk durch den Bonner Caritasverband und den Familienkreis im Auftrag der Stadt Bonn. 

 

Umso bedeutsamer ist es, Angebote der Frühen Hilfen in den Stadtteilen auszubauen und ausreichende Personalressourcen für die Begleitung und Unterstützung durch Fachkräfte und Ehrenamtliche zur Verfügung zu stellen. Viele erleben deutlich in ihrer praktischen Arbeit die Folgen von Corona und der aktuellen Energiekrise: „Die Ängste und Nöte der Familien sind größer geworden, die Problemlagen komplexer“, so Ulla Baumgärtner, Leiterin des Eltern-Kind-Treffs in Dransdorf. Stephanie Berrut, Psychologin und Leiterin von pro familia, ergänzt: „Zurzeit begegnen wir in den Familien täglich den Themen Wohnungsnot und Existenzsicherung. Wir arbeiten im Krisenmodus und unseren originären Aufgaben wie Stärkung der Eltern und Förderung von Bindung und Resilienz der Kinder können wir kaum gerecht werden.“

 

„Es muss eine ressortübergreifende bundesweite Präventionsstrategie zur Bekämpfung von Kinderarmut geben, in der auch die Infrastruktur, die Familien in Armutslagen unterstützt und mitgedacht wird,“ fordern die beiden Netzwerkkoordinatorinnen, Susanne Absalon von der Bonner Caritas und Anja Henkel, Geschäftsführerin des Familienkreises.

Der Bundesfonds Frühe Hilfen, aus denen ein wesentlicher Anteil der Frühen Hilfen-Angebote finanziert werden, müsse daher dauerhaft erhöht werden, damit die Kommunen Familien in belastenden Lebenslagen effektiver unterstützen können. 

 

Informationen zum Nationalen Aktionsplan "Für ein kindergerechtes Deutschland" 

 

Foto: Harald Oppitz/ caritas