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Zeitgemäße Struktur - mehr Teilhabe

20. April 2018;

Spatenstich u.a. mit Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider (3.v.l.), Stadtdechant Wilfried Schumacher (2.v.l.), Sozialdezernentin Carolin Krause und Gerhard Roden, Fachbereichsleitung Caritas Wohnungslosenhilfe (2.v.r.)

Zeitgemäße Struktur - mehr Teilhabe

Neues Konzept für Caritas-Wohnungslosenhilfe - Spatenstich und Segnung

Neue Konzepte bedürfen auch baulicher Anpassungen. Um einen besseren Zugang und damit mehr Teilhabe zu schaffen, hat die Wohnungslosenhilfe der Bonner Caritas ihr Konzept in den vergangenen Jahren immer wieder angepasst. Dies schlägt sich nun auch in baulichen Maßnahmen am Prälat-Schleich-Haus der Wohnungslosenhilfe nieder. Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude wird jetzt umgebaut.

Barrierefrei

Der Umbau zielt darauf ab, das Gebäude über einen angebauten Aufzug barrierefrei zu erschließen. Die Eingangssituation soll übersichtlicher und sicherer gestaltet werden. Außerdem soll die Einrichtung künftig durchgängig mit Einzelzimmern ausgestattet sein. Um dies zu erreichen, wird eine zusätzliche Wohngemeinschaft eingebaut sowie eine  bestehende Wohngruppe umgebaut.

Die ambulanten Angebote (Notübernachtung und Fachberatung) werden künftig in einem Trakt zusammengefasst sein. In der leerstehenden Kapelle soll ein Begegnungs- und Versammlungsraum eingerichtet werden. Außerdem sollen Gebäude und Anlagetechnik den aktuellen Anforderungen an einen zeitgemäßen Brandschutz angepasst werden.

Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher segnete die Baumaßnahme.

 

Prälat-Schleich-Haus: Ein Haus mit Geschichte

1964 übernahm die Caritas Bonn das um 1900 errichtete Gebäude, in dem zuvor Kinder und Jugendliche unterstützt wurden. Hier richtete die Caritas ein Wohnheim für obdachlose Männer ein. In Schlafsälen kamen im sogenannten „Caritasheim“ über 200 Männer unter, die mit dem Nötigsten versorgt wurden.

Anfang der neunziger Jahre wurde die Einrichtung differenziert und um ein Nebengebäude erweitert. Sie wurde in „Prälat-Schleich-Haus“ umbenannt. Es entstand eine Notübernachtung mit 20 Plätzen, in der obdachlose Männer wenige Tage unterkommen konnten. Weiterhin gab es eine „Resozialisationshilfe“ mit 54 Plätzen, die dazu diente, den Männern die Rückkehr in ein normales Leben zu ermöglichen. Ergänzt wurde diese Hilfe durch einen „Dauerwohnbereich“ mit 44 Plätzen für Männer, bei denen man davon ausging, dass sie nicht mehr die Möglichkeit haben, Anschluss an normale Lebensverhältnisse zu finden. Neben den  Übernachtungs- und Wohnplätzen entwickelten sich ambulante Angebote, die teilweise im Prälat-Schleich-Haus oder in unmittelbarer Nachbarschaft (in der City-Station) angesiedelt wurden.

   

Wohnungslosenhilfe im Wandel

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Wohnungslosenhilfe der Caritas Bonn in Abstimmung mit der Stadt Bonn und dem Landschaftsverband Rheinland eine neue Ausrichtung gegeben: Zunächst unter dem Leitsatz: „Wir lassen keinen sitzen und setzen auf selbstbestimmte Teilhabe“. Anschließend unter dem Motto „Teilhabe anstatt Fürsorge in der Exklusion“ wurden personenzentrierte und sozialraumorientierte Arbeitsansätze gestärkt.

Im Zentrum der Hilfe stehen die Fragen: „Was brauchen Sie und was wollen Sie erreichen?“ Daher wurden die ambulanten Betreuungsangebote weiterentwickelt, personenzentrierte Arbeitsansätze eingeführt, Hilfen zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit ausgebaut  und die fach- als auch trägerübergreifende Vernetzung verstärkt . Parallel nahm die Nachfrage nach den Hilfen zu: Wurden im Jahr 2007 noch 915 Menschen durch die Wohnungslosenhilfe der Caritas Bonn betreut, so waren es im Jahr 2017 genau 1.425 Menschen.

Seit 2016 bietet das Prälat-Schleich-Haus 84 Wohn- und Betreuungsplätze an. Hier erfahren die Bewohner die erforderlichen Hilfen, um außerhalb der Einrichtung in möglichst normalen Lebensverhältnissen wieder eigenverantwortlich teilzuhaben. Weiterhin gibt es das Angebot der Notübernachtung mit 16 Plätzen und die Fachberatung für Menschen in Wohnungsnot.

Diese konzeptionellen Veränderungen müssen sich nun auch in der Gebäudestruktur abbilden. Im Wesentlichen zielt der Umbau darauf ab,

a)    das Gebäude über einen angebauten Aufzug barrierefrei zu erschließen,

b)    die Eingangssituation übersichtlicher und sicherer zu gestalten,

c)    die Einrichtung durchgängig mit Einzelzimmern auszustatten, indem eine zusätzliche Wohngemeinschaft eingebaut wird und die bestehenden Wohngruppen umgebaut werden,

d)    die ambulanten Angebote (Notübernachtung und Fachberatung) in einen Trakt zusammen zu fassen,

e)    in der leerstehenden Kapelle einen Begegnungs- und Versammlungsraum einzurichten und

f)     den gebäudlichen und anlagetechnischen Brandschutz in einen zeitgemäßen Zustand zu versetzen.

 

Das Umbauvorhaben wurde in enger Abstimmung mit dem Landschaftsverband Rheinland und der Stadt Bonn geplant. Vorgesehen ist, die Bauarbeiten im laufenden Betrieb durchzuführen und Ende 2019 abzuschließen.

Die Kosten des Umbaus belaufen sich auf 1,2 Mio. Euro. Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben das Deutsche Hilfswerk, der Meister-Gerhard-Fonds und die Aktion Mensch zugesagt, die Maßnahme zu fördern. 

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