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15.11.2018 - Neues Konzept in Wohnanlage Brüser Berg
Infoveranstaltung über tagesklinische Rehabilitation bei Alkoholproblemen
13.11.2018 - Mittwoch, 05. Dezember 2018, um 17:30 Uhr in den Räumen der Klinik Im Wingert
Psychose-Seminar
01.11.2018 - Unser nächstes Psychose Seminar findet am 28. November 2018 von 17:00-19:00 Uhr im SPZ Bonn-Beuel statt.
Herzenswünsche erfüllen
30.10.2018 - Galeria Kaufhof Bonn und ROBIN GOOD starten Wunschbaumaktion
Mit dem Wohnführerschein ein Zuhause finden
12.10.2018 - Für den Mietermarkt qualifizieren - Ehrenamtliche als Coach gesucht
Einladung zum 3. Palliativ- und Hospiztag am 11. Oktober 2018
25.09.2018 - Zertifizierte Fortbildungsveranstaltung für beruflich Pflegende

Vier Jubiläen - Ein Fest

5. September 2018;

Alle(s) verrückt, oder was ?!

Sozialpsychiatrie der Caritas feiert Jubiläen mit einem außergewöhnlichen Fest

Es kann jeden treffen: Psychische Krisen können plötzlich auftauchen und das gewohnte Leben unmöglich machen. Aber was tun in einer Gesellschaft, die leistungs- und erfolgsorientiert ist und nicht sichtbare Krankheiten nur schwerlich akzeptieren kann? Integration und Teilhabe ermöglichen ist die Antwort, die die Bonner Caritas schon seit 1978 gibt. Vor 40 Jahren entstand im Kardinal-Galen-Haus die erste Caritas-Einrichtung für psychisch erkrankte Menschen.

Seitdem ist viel an Know-how und Erfahrung dazu gekommen. Heute arbeiten 60 Mitarbeitende in 8 verschiedenen Diensten und Einrichtungen der Sozialpsychiatrie der Caritas – ambulant und stationär - an 10 verschiedenen Standorten in Bonn. 4 Einrichtungen feiern Jubiläum. Und dies ganz bewusst zusammen, um auch nach außen zu verdeutlichen, dass die Sozialpsychiatrie der Caritas ein gut funktionierendes Netzwerk von Mitarbeitenden in ambulanten und stationären Einrichtungen unterschiedlicher Ausrichtung ist.

In 2017 wurden rund 380 Menschen in Bonn betreut, gefördert und unterstützt. Mehr als 10.000 Beratungen und tagesgestaltende Kontakte fanden statt.

In seiner Festrede dankte Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider den Kooperationspartnern, den Leistungsträgern, Ehrenamtlichen und Spendern für ihre Unterstützung. „Mein Dank gilt auch den Menschen, die uns als Klienten und Rehabilitanden immer wieder ihr Vertrauen entgegenbringen“, sagte Schneider. „Wir wollen in Zukunft weitere Unterstützungsmöglichkeiten für und mit Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen umsetzten, die es ihnen ermöglichen, selbstbestimmt zu leben und zu arbeiten und sowohl Teilhabe als auch Wertschätzung zu erfahren.“ 

Die Einrichtungen

Betreutes Wohnen

Hilfen zum selbständigen, aber unterstützten Wohnen in den eigenen vier Wänden.

 

Kardinal-Galen-Haus

40 Jahre Rehabilitationseinrichtung für Menschen nach akuten Krisen mit medizinisch-therapeutischen, psychosozialen, beruflichen Behandlungs- und Förderangeboten.

 

Maria-Benedetta-Haus

25 Jahre gemeinschaftliches Wohnen als Lern- und Lebensfeld mit professioneller Unterstützung

 

Lern- und Trainingszentrum

Arbeitstraining: Hauswirtschaft, Handwerk, Verwaltung

 

LT24 – Kreativ

Potentiale neu entdecken, Förderung von arbeitsrelevanten Fähigkeiten

 

KostBar und mehr

10+1 Jahre Arbeitsgelegenheiten: Fähigkeiten und Interessen erkennen durch Beschäftigung

 

Tagesstätte

20 Jahre verlässlich einen strukturierten Tagesablauf in Gemeinschaft erleben

 

Kontakt- und Beratungsstelle – Tageszentrum CaTz

Beratung für Betroffene, deren Familien, Arbeitgeber, Interessierte.

Begegnungs- und Freizeitangebote

  

Irren ist menschlich

Ein Interview mit Anita Schönenberg (Fachbereichsleiterin Sozialpsychiatrie, Caritas Bonn)

 

Warum gibt es gegenüber Psychiatrie immer noch so viele Vorurteile und Scham?

„Jeder weiß, was mit dem Spruch `Irren ist menschlich` gemeint ist und hat es am eigenen Leib bestimmt schon häufiger erlebt. Manch einer kann über sich lachen, wenn er mal daneben liegt. Aber wie wirkt dieses Irren plötzlich, wenn es im Kontext von psychischer Erkrankung oder psychischer Störung auftaucht? Da wird aus dem Thema schnell ein Tabu. Vorurteile werden aktiviert. Psychiatrische Erkrankungen sind laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) mit 10,5 Prozent die dritthäufigsten Erkrankungen.

Angst- und Zwangsstörungen, Depressionen, Schizophrenie gehören zu den bedeutenden Volkskrankheiten und spielen sich mitten im Leben ab, in der Mitte der Gesellschaft, völlig unabhängig von gesellschaftlichen Schichten, dem Einkommen oder der Bildung. Es könnte uns alle betreffen.

Psychische Erkrankungen werden noch immer angstvoller und schwieriger erlebt als somatische Erkrankungen. Schamgefühle verhindern, dass frühzeitig Unterstützung in Anspruch genommen wird. Im Unterschied zu körperlichen Erkrankungen werden sie als  Beeinträchtigung der Persönlichkeit betrachtet. Deshalb muss die Bevölkerung durch Information über die Entstehung, über Therapie und Unterstützungsleistungen psychischer Störungen informiert werden, um  tiefsitzende Vorurteile und Ängste abzubauen.

 

Warum ist gemeindenahe Psychiatrie in einer Stadtgesellschaft so wichtig?

 

Für jeden Menschen in unserer Stadtgesellschaft müssen Hilfen bereit stehen, ob bei einer  körperlichen oder bei einer seelischen Beeinträchtigung. Die gemeindenahe Psychiatrie setzt sich für den Frieden in der Stadtgesellschaft ein. Sie ist Mittler für die Menschen mit Beeinträchtigungen und diejenigen, die mit ihnen zusammenleben und arbeiten. Die Sozialpsychiatrie setzt sich in der Stadtgesellschaft für die Belange aller Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ein: in Politik, Verwaltung und im Alltagsgeschehen.

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Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt. Gustav Heinemann, dem dieser Satz zugeschrieben wird, hat damit, wenn man so will, die Botschaft des caritativen Werks der von Bodelschwinghschen Stiftungen formuliert. Sie wurzelt im christlichen Glauben und beruht auf der Achtung der unveräußerlichen Würde eines jeden Menschen, als Geschöpf Gottes wie als Bürger unseres Staates.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bielefeld, 17. April 2017

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