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Trotz Job in der Schuldenfalle

16. Juni 2015;

Caritas-Direktor Jean-Pierre Schneider, MdB Ulrich Kelber, Diakonie-Geschäftsführer Ulrich Hamacher und Henning Dimpker, Leiter der zentralen Schuldnerberatung Bonn, (v.l.n.r.) beim Auftakt der bundesweiten Aktionswoche zur Schuldnerberatung.
Caritas-Direktor Jean-Pierre Schneider, MdB Ulrich Kelber, Diakonie-Geschäftsführer Ulrich Hamacher und Henning Dimpker, Leiter der zentralen Schuldnerberatung Bonn, (v.l.n.r.) beim Auftakt der bundesweiten Aktionswoche zur Schuldnerberatung.

Trotz Job in der Schuldenfalle

 

Zentrale Schuldnerberatung Bonn beteiligt sich an bundesweiter Aktionswoche – Parlamentarischer Staatssekretär Ulrich Kelber informiert sich bei Caritas und Diakonie

 

Immer mehr Menschen haben eine Arbeit, immer weniger Menschen, aber, können allein von dem Geld leben, das sie in ihrem Job verdienen. Und für viele ist der Weg in die Verschuldung damit fast schon vorgezeichnet. „Auch in Bonn steigt die Zahl der Erwerbstätigen kontinuierlich an, die sich trotz eines regelmäßigen Einkommens immer weiter verschulden“, berichtete Henning Dimpker, der Leiter der Zentralen Schuldnerberatung Bonn zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche, an der sich auch die vom Diakonischen Werk und dem Caritasverband gemeinsam getragene Einrichtung beteiligt. Die seit 2001 jährlich durchgeführte Aktionswoche steht 2015 unter dem Motto „Arm und überschuldet – trotz Arbeit“. Am 15. Juni 2015 besuchte MdB Ulrich Kelber, der als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesjustizministerium auch für den Verbraucherschutz zuständig ist, die Einrichtung in Bonn, um Gespräche mit Betroffenen zu führen.

Parallel zu dem bundesweiten Rückgang der Arbeitslosigkeit nehme die Zahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse wie Mini-Jobs, Leiharbeit oder befristete Anstellungen immer weiter zu und damit auch die Zahl derjenigen Menschen, die auf zusätzliche Leistungen zur Grundsicherung angewiesen seien, erklärte Diakonie-Geschäftsführer Ulrich Hamacher.  „Deutschlandweit befinden sich 14 Millionen Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen und müssen darum kämpfen, mit ihrem Einkommen über die Runden zu kommen – auch vor Ort in Bonn und in all unseren Beratungsdiensten ist das damit einhergehende Verschuldungsrisiko ein immer wiederkehrendes Thema von hoher Brisanz“, bestätigte Caritas-Direktor Jean-Pierre Schneider.

„Wer seinen Lebensunterhalt schon als Erwerbstätiger kaum decken kann, wird als Rentner erst recht finanzielle Probleme bekommen“, warnte Schneider zudem: „Hier ist die Politik gefragt, neue und weitere Hilfen zu etablieren, damit der Eintritt ins Rentenalter nicht gleichbedeutend ist mit einem endgültigen Zuklappen der Schuldenfalle“.

Gemeinsam mit Diakonie-Geschäftsführer Hamacher und MdB Ulrich Kelber setzt sich Schneider dafür ein, dass auch Erwerbstätige einen Rechtsanspruch auf eine Schuldnerberatung haben sollen und die Schuldnerberatung für erwerbstätige Menschen von den Kommunen stärker unterstützt wird.

„In Bonn erhalten wir diese finanzielle Unterstützung, hier tut die Stadt das, was richtig, wichtig und notwendig ist“, so Schneider, „in weiten Teilen der Republik aber ist dies nicht der Fall.“ Ein weiterer wichtiger Schritt sei es, Arbeitgeber, kommunale Strom- und Gasversorger, aber auch Kreditgeber und Finanzinstitute in ein präventives Netzwerk einzubinden, damit Erwerbstätige erst gar nicht in die Situation geraten, immer höhere Schulden anzuhäufen, betonte auch Ulrich Kelber.

Wie wichtig eine solche Prävention ist, berichtete der Leiter der Schuldnerberatung, Henning Dimpker: „Oft kommen Menschen erst dann zu uns, wenn es keinen anderen Ausweg gibt als die Verbraucher- oder Privatinsolvenz“.“ Im vergangenen Jahr seien von der Zentralen Schuldnerberatung mehr als 2600 Kurzgespräche zur Schuldner- und Verbraucherinsolvenz durchgeführt worden, habe es 984 intensive Beratungen gegeben und seien allein 643 neu aufgenommene Beratungsleistungen in der Statistik zu verzeichnen gewesen.

Die Zentrale Schuldnerberatung in Bonn befindet sich in der Noeggerathstraße 49 unweit des Bonner Hauptbahnhofs und ist telefonisch unter 0228 / 96 96 60 erreichbar. Per E-mail ist eine Kontaktaufnahme unter schuldnerberatung@cd-bonn.de möglich, weitere Informationen finden sich unter www.schuldnerberatung-bonn.de

 

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