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Grenzen der Rationalisierung sind erreicht

17. September 2013;

Fordern auskömmliche Vergütung der Leistungen in der ambulanten Pflege: Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider, Regina Reik (Pflegefachkraft Caritas), Atila Alkaya (Pflegefachkraft Diakonie), Beate Hermann (Leiterin Sozialstation Kontaktbrücke e.V.); Ulrich Hamacher (Geschäftsführer Diakonie), Ute Gabel (Einrichtungsleitung Pflege und Gesundheit Diakonie), Birgit Ratz (Caritas-Bereichsleitung Leben und Wohnen in Alter und Krankheit)

Die Grenzen der Rationalisierung sind erreicht!

Bonner Wohlfahrtsverbände  fordern auskömmliche Vergütungen der Leistungen in der Ambulanten Pflege.

 

Im Prinzip sind sich alle einig: „Ambulant vor stationär“ ist nicht nur gesellschaftlich gewollt, es ist auch für alle Beteiligten Kosten-günstiger. Doch trotz massiver Proteste und Forderungen hat diese Erkenntnis nicht zu den notwendigen Maßnahmen geführt. „Die Verhandlungen mit den Krankenkassen stagnieren“, erklärt Jean-Pierre Schneider, Caritasdirektor und derzeit Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Bonn. Dabei war man noch im Mai 2013 im Zuge der landesweiten gemeinsamen Demonstrationen aller Wohlfahrtsverbände guter Dinge, dass die Kostenträger, Pflege- als auch Krankenkassen und Politik ein Einsehen haben könnten. „Für uns alle sind die Bedingungen, unter denen wir Ambulante Pflege leisten,  existenzgefährdend“, so Schneider. Auch erhalten die Patienten nicht die Leistungen die dringend notwendig und z.T. auch gesetzlich versprochen sind, wie die häusliche Betreuung von dementiell erkrankten Menschen.

Ulrich Hamacher, Geschäftsführer Diakonisches Werk, bestätigt die Situation: „Die Kranken- und Pflegekassen lehnen es ab, Pflegeleistungen angemessen zu bezahlen. Dadurch sind die Angebote auch in Bonn zunehmend in Gefahr.“

  

Die Schwierigkeiten:

Der Bedarf an häuslicher Pflege und Betreuung steigt:

  • Ø  Menschen werden älter und dadurch wächst die Zahl der Pflegebedürftigen
  • Ø  Immer mehr Menschen sind in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt, wie zum Beispiel an Demenz erkrankte Menschen
  • Ø  Es gibt immer mehr multimorbide und chronisch kranke Menschen, die umfangreiche Hilfe benötigen
  • Ø  Patienten werden immer früher aus dem Krankenhaus entlassen und benötigen dann mehr Unterstützung zu Hause
  • Ø  Der Pflegeberuf wird immer unattraktiver (gemacht)
 

Gleichzeitig…

 
  • Ø  werden die dringend benötigten Leistungen in der Ambulanten Pflege von den Kranken- und Pflegekassen nicht ausreichend finanziert
  • Ø  wachsen die Aufwendungen für Bürokratie und Verwaltung überproportional
  • Ø  gibt es immer noch keine gültige Definition für Pflegebedürftigkeit, die den Bedürfnissen aller gerecht wird
 

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