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Infoveranstaltung über tagesklinische Rehabilitation bei Alkoholproblemen
02.08.2018 - Mittwoch, 05. September 2018, um 17:30 Uhr in den Räumen der Klinik Im Wingert
Elysium-Spende für City-Station
23.07.2018 - Nils Mönkemeyer übergibt 500 Euro für Mahlzeitendienst der Wohnungslosenhilfe
ROBIN GOOD und Galeria Kaufhof starten Spendenaktion für Schulmaterial
13.07.2018 - Mäppchen, Stifte & Co für einen fairen Schulstart
Integration durch Sprachbegleitung für Neuzugewanderte
03.07.2018 - Universität Bonn und Bonner Caritas erneuern ihre Kooperation
Wohnungslosenhilfe lädt ein zum Sommerfest mit buntem Programm
02.07.2018 - am Donnerstag, 5. Juli 2018, ab 11:00 Uhr,auf der Wiese der City-Station am Alten Friedhof.
Psychose-Seminar
26.06.2018 - Unser Psychose-Seminar legt eine kleine Sommerpause ein. Wir sind mit unserem Angebot wieder im Oktober für Sie da.

Gemeinsam ein Ziel verfolgen

19. Juli 2011;

Gemeinsam ein Ziel verfolgen

Mehr als 40 Bonner Organisationen gründen Netzwerk „Frühe Hilfen Bonn“ 

Es ist ein gigantisches Netzwerk, das einem Ziel dient: Familien in den ersten Jahren ab der Schwangerschaft zu unterstützen, damit Eltern und Kinder eine gute Zukunft haben. Aus einem Verbund verschiedener Netzwerke unterschiedlichster Träger hat sich nun im Auftrag der Stadt Bonn ein Netzwerk gegründet, dessen Hilfen über eine einzige Kontaktstelle koordiniert werden: Frühe Hilfen Bonn – Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind. Die Bonner Caritas und der familienKreis e.V. leiten diese Koordinierungsstelle gemeinsam.

Vernetztes Arbeiten

Auf unserer neuen Website www.fruehehilfen-bonn.de können sowohl Fachkräfte als auch Familien in kurzer Zeit passgenaue Angebote anhand einer Schlagwort- und Umkreissuche finden. Die Koordinierungsstelle sorgt dafür, dass besorgte Eltern schnelle Hilfe bekommen. Viermal im Jahr treffen sich die Netzwerkpartner, um Standards für die Frühen Hilfen weiter zu entwickeln und vor allem auch die interdisziplinäre Koordination z.B. zwischen Ärzten, Hebammen und Beratungsstellen zu regeln und sicher zu stellen.

Die Koordinierungsstelle hat folgende Aufgaben:

  • ·      Ausbau der Zugänge zu Familien
  • ·      Hausbesuche, Beratung und nachhaltige Vermittlung von Familien
  • ·      Bereitstellung von niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten von ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und Fachkräften (Familienhebamme/Familienpflegerin)
  • ·      Netzwerkkoordination
  • ·      Öffentlichkeitsarbeit
 

Aus diesen Kooperationen entstand schließlich das Konzept für eine trägerübergreifende Kooperation in Bonn und die gemeinsame Koordinierungsstelle "Frühe Hilfen Bonn - das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind" mit der neuen Website www.fruehehilfen-bonn.de. Bei der Entwicklung und Realisierung hat das Amt für Kinder, Jugend und Familie maßgeblich mitgewirkt. Ausdruck des vernetzten Arbeitens ist auch die Tatsache, dass die Vorgängerseite der neuen Website (www.vater-mutter-kind.org) auf Initiative des paritätischen Netzwerks 2009 von der Paritätitschen Kreisgruppe Bonn unterstützt und finanziert wurde.

 

Frühe Hilfen per Definition

„Frühe Hilfen bilden lokale und regionale Unterstützungssysteme mit koordinierten Hilfeangeboten für Eltern und Kinder bis zum 3. Lebensjahr an. Es geht darum, Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern in Familie und Gesellschaft frühzeitig und nachhaltig zu verbessern. Neben alltagspraktischer Unterstützung wollen Frühe Hilfen einen Beitrag zur Förderung der Beziehungs- und Elternkompetenz von (werdenden) Müttern und Vätern leisten. Damit tragen sie maßgeblich zum gesunden Aufwachsen von Kindern bei und sichern deren Rechte auf Schutz, Förderung und Teilhabe. Frühe Hilfen haben das Ziel, die flächendeckende Versorgung von Familien mit bedarfsgerechten Unterstützungsangeboten voranzutreiben und die Qualität der Versorgung zu verbessern.“

(Begriffsbestimmung gem. Wissenschaftlicher Beirat des NZFH, September 2009)

Stiftungen machen es möglich

All das wäre nicht möglich ohne die finanzielle Unterstützung verschiedener Stiftungen, die einen Großteil der Kosten übernommen haben (siehe Finanzierung). Nur durch deren großzügiges finanzielles Engagement ist unsere Arbeit auf absehbare Zeit gesichert. An dieser Stelle bedanken wir uns ausdrücklich sehr herzlich bei folgenden Stiftungen:

Auerbach-Stiftung

Caritas-Stiftung

Stiftung der VR Bank

Petry-Stiftung für Erziehung und Bildung.

Ehrenamt

Im Netzwerk von „Frühe Hilfen Bonn“ sind fast 70 Ehrenamtliche aktiv, die in den Familien wertvolle Unterstützung leisten. Sie werden sorgfältig ausgewählt, für ihren Einsatz geschult und kontinuierlich von hauptamtlichen Mitarbeitern fachlich begleitet. Sie unterstützen und begleiten die Familie nach deren individuellen Bedürfnissen in unterschiedlichen Bereichen. Sie haben keine Erziehungs- oder Beratungsfunktion im professionellen Sinn. Sie sind jedoch ein wichtiger Ansprechpartner, Kontakt- und Vertrauensperson – ähnlich wie es früher in Großfamilien üblich war.

Ehrenamtliche geben Starthilfe und entlasten Eltern  beispielsweise durch Kinderbetreuung, Begleitung zu Terminen, Gespräche und Zuhören, formale Hilfen (Ausfüllen von Anträgen etc.), Hilfen bei Einkauf/Kochen sowie integrativen Fragestellungen im Hinblick auf das deutsche System (bürokratische Strukturen, Erziehung, Bildung etc.).

Finanzierung

Der Netzwerkstelle stehen zwei pädagogische Vollzeitstellen u.a. für die Freiwilligenkoordination, Honorarmittel für die Familienhebamme und die Familienpflegerin sowie eine halbe Stelle für Verwaltungstätigkeiten zur Verfügung. Davon finanziert die Stadt Bonn knapp 40%. Rund 60 Prozent werden über  Stiftungs- und Eigenmittel beider Träger erbracht.

Fallbeispiel 1

Frau C., Jg. 65, verheiratet, 1 Kind

Frau C. hat schon seit Jahren eine Schmerzerkrankung aufgrund einer Borreliose. Mit 42 wurde sie mit ihrem ersten Kind schwanger. Sie freute sich sehr, obwohl die Schwangerschaft aufgrund ihres labilen Gesundheitszustandes beschwerlich war.

In einer für die Mutter sehr traumatischen Geburt wurde ein kleines Mädchen entbunden. Das Paar war in den ersten Tagen sehr glücklich. Doch die Stimmung von Frau C. verschlechterte sich zunehmend. Sie hatte große Sorgen und Ängste, ihr Kind nicht richtig versorgen zu können und litt unter starken Stimmungsschwankungen. Es wurde eine postpartale Depression (Wochenbettdepression) festgestellt, die medikamentös behandelt werden mußte.

Als der Mann kurz nach der Geburt wieder arbeiten gehen musste, war Frau C. mit ihrem Kind tagsüber allein und isoliert. Eine Ärztin, bei der sie in Behandlung war, schrieb ihr ein Rezept für eine Haushaltshilfe für eine tägliche stundenweise Unterstützung. Allerdings zahlte die Krankenkasse diese Leistung nur für zehn Tage. Obwohl die Ärztin wiederholt die medizinische Notwendigkeit bescheinigte, lehnte die Krankenkasse eine weitere Bezahlung der Haushaltshilfe ab.

In ihrer Not wandte sich Frau C. an die „Frühen Hilfen Bonn“. Die pädagogische Mitarbeiterin besuchte Frau C. gemeinsam mit der Familienhebamme. Es wurde sehr schnell deutlich, wie dringend diese Frau Hilfe benötigte. Da Frau C. recht abgelegen wohnt, war nicht sofort eine ehrenamtliche Familienhelferin zur Verfügung. Deshalb übernahm eine Familienhebamme zunächst für vier Wochen die Begleitung, um Frau C. in ihrer neuen Rolle als Mutter zu stärken und ihr Beratung in Sachen Ernährung und Entwicklung zu geben.

Seitdem besucht eine ehrenamtliche Familienhelferin Frau C. einmal wöchentlich: „Häufiger wäre schön, aber ich bin schon sehr froh, dass die Familienhelferin regelmäßig kommt und mich unterstützt. Wir reden viel und sie nimmt mir das Kind ab, damit ich meine Arzttermine oder ähnliches wahrnehmen kann. Das tut mir gut.“ Seit neuestem besucht Frau C. einmal pro Woche eine Krabbelgruppe mit ihrer Tochter. Es fällt ihr zwar noch schwer, sich in die schon bestehende Gemeinschaft junger „glücklicher“ Mütter einzufügen. Aber ein erster großer wichtiger Schritt ist getan.
 

 

Fallbeispiel 2

Türkische Familie mit drei kleinen Kindern (4, 2, drei Monate alt)

Familie K. lebt erst seit kurzem in Bonn und hat kaum soziale Kontakte. Alle Verwandten leben in der Türkei. Kurz nach der Geburt des dritten Kindes wird bei Frau K. Krebs diagnostiziert. Sie erhält eine Chemotherapie. Frau K. kann ihr jüngstes Kind nicht, wie gewünscht, stillen und leidet sehr unter der Behandlung und den psychischen Folgen der Erkrankung.

Da Herr K. arbeitslos ist, erhält die Familie keine Unterstützung in Form einer Haushaltshilfe von der Krankenkasse. Durch die Chemotherapie fällt die Mutter jedoch tageweise ganz aus und der Vater ist mit der Betreuung der Kinder und der Notwendigkeit, viele bürokratische Angelegenheiten zu regeln, überfordert.

Der Kontakt zu den „Frühen Hilfen Bonn“ wird über die behandelnde Ärztin in der Klinik vermittelt. Nach einem Hausbesuch durch eine pädagogische Fachkraft wird zunächst die Familienpflegerin zweimal pro Woche eingesetzt. Nachdem sich die gesundheitliche Situation der Mutter wieder stabilisiert hat, unterstützt nun eine ehrenamtliche Mitarbeiterin ein- bis zweimal wöchentlich die jungen Eltern mit der Versorgung der drei kleinen Kinder. Sie hilft auch bei bürokratischen Hürden und begleitet die Eltern bei Bedarf zum Amt.Darüber hinaus ist sie Ansprechpartnerin für die Mutter und bemüht sich, den Aufbau von Kontakten zu anderen Müttern zu unterstützen.

  

 

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