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6. Mediensucht-Konferenz in Bonn

3. Mai 2017;

6. Mediensucht-Konferenz in Bonn

am Mittwoch, 3. Mai 2017, im LVR-Landesmuseum Bonn, Colmantstraße 14-16, 53115 Bonn

Medien überall... wie schaffe ich es, gesund zu bleiben?

Schnittstellenorientierte Mediensuchtprävention

Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit – unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Bundesstadt Bonn, Herrn Ashok Sridharan

 

Klare Grenzen – medienfreie Zeiten

200 Experten diskutierten über jugendgerechte Mediensuchtprävention

Um die Gefahren exzessiver Nutzung digitaler Medien, Herausforderungen für die Bildungspolitik, für Lehrkräfte, Eltern und Präventionseinrichtungen sowie innovative Präventionsansätze ging es bei der 6. Mediensuchtkonferenz in Bonn. Bei der Konferenz unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Ashok Sridharan diskutierten mehr als 200 Experten aus allen Teilen der Republik über Mediensucht.

 

Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider stellte in seinem Grußwort an die Teilnehmer die Arbeit der Fachstelle update vor: „Mit den drei Säulen der Intervention - Prävention, Beratung und Betreuung - an der Schnittstelle von Suchthilfe und Jugendhilfe stellt das Team der Fachstelle ein umfangreiches Angebot für Bonner Bürgerinnen und Bürger bereit. Dabei steht im Vordergrund, die psy­chosoziale Gesundheit der Betroffenen zu erhalten. Bei der Zusammenarbeit mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und Fachkräften legen wir einen Schwerpunkt auf die Früherkennung riskan­ter Konsummuster und einer drohenden Suchtentstehung bei Kindern und Jugendlichen.“ Außerdem stellte er das Net-Piloten Peerprojekt von update vor, das an der Schnittstelle zwischen Schule und Suchthilfe ansetzt und in zwei Jahren knapp 5.000 Menschen erreicht hat.

 

270.000 Jugendliche vom Internet abhängig – Prävention wird immer wichtiger

In Deutschland sind, nach einer Einschätzung der Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) mittlerweile rund 270.000 Jugendliche vom Internet abhängig. Die Zahl hat sich damit nach Aussage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) binnen vier Jahren nahezu verdoppelt. Derzeit sind 7,1 Prozent der zwölf- bis 17-jährigen Mädchen internetabhängig, bei den Jungen sind es 4,5 Prozent. Insgesamt geht eine BZgA-Studie bei 5,8 Prozent der zwölf- bis 17-Jährigen von einer "computerspiel- oder internetbezogenen Störung" aus.

 

„Die Digitalisierung der Gesellschaft beinhaltet Chancen, aber auch Risiken wie die Gefahr einer übermäßigen exzessiven Internetnutzung“, so Maria Becker, Unterabteilungsleiterin Prävention beim Bundesministerium für Gesundheit. „Prävention wird immer wichtiger, weil die Zahl der betroffenen Jugendlichen ansteigt. Eine früh einsetzende und wirksame Prävention exzessiver Internetnutzung setzt voraus, dass die Eltern ihre Verantwortung wahrnehmen, aber auch alle Beteiligten in den Bereichen Erziehung, Bildung, Medienkompetenz und Suchthilfe gut zusammenarbeiten.“ 

  

Das Netz selbstbestimmt nutzen

In zahlreichen Workshops wurden Best-Practice-Beispiele zur Mediensuchtprävention vorgestellt. Dazu Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): „Die BZgA informiert mit www.ins-netz-gehen.de jugendgerecht über die Risiken der exzessiven Nutzung von Computerspielen, Internet und Smartphones. Es ist uns wichtig, dass insbesondere Jugendliche lernen, das Netz selbstbestimmt und im richtigen Maß zu nutzen. Und auch Eltern und andere Bezugspersonen wollen wir mit dem BZgA-Informationsangebot zum Thema erreichen und sie für ihre Vorbildrolle für Kinder und Jugendliche sensibilisieren."

 

„Klare Grenzen, klare Nutzungsregeln und geplante medienfreie Zeiten sind wichtig in der elterlichen Medienerziehung“, so Marion Ammelung, Leiterin der Präventionseinrichtung update der Ambulanten Suchthilfe von Caritas und Diakonie in Bonn. Sie forderte aber auch eine Anpassung der Lehrpläne in Schulen, um Medienpädagogik und Mediendidaktik zu integrieren.

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